
SH: Ich finde es extrem schwer, da eine ganz konkrete Frage zu finden. Was mich an Schubert so fasziniert ist die Kunst, dass seine „fröhlichen und positiven“ Kompositionen immer einen Schuss Melancholie mit sich bringen und seine „traurigen und melancholischen“ Stücke immer einen Hoffnungsschimmer dabei haben. Wie er das macht, weiß ich auch nicht. Das kann man auch jemanden schlecht fragen - daher würde ich ihn viel eher nach seiner generellen Haltung zum Leben befragen wollen. „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“ vielleicht - und dann würde eher ein langer Dialog daraus entstehen.
AB: Wie war deine Beziehung zu deinem Vater?

SH: Wahrscheinlich doch den Erlkönig - so viel Drama im Klavier und in der Stimme gibt es selten im Lied. Es handelt sich dabei ja dann doch noch um eine Geschichte, die man eventuell kennt oder von der man mal gehört hat und der man einfach sehr gut folgen kann. Von da aus kann man hoffen, dass das Thema „Erlen-König“, was es ja in noch viel mehr Liedern gibt, den Hörer so packt, dass sich daraus eine Kettenreaktion entwickelt und wir einen Liedliebhaber mehr haben.
AB: Das Lied “Im Frühling“. Es ist erstens einfach genial komponiert, in variierter Strophenform. Zweitens hat es einen tollen „Walking Bass“ und erinnert sogar an Jazz, drittens ist es gleichzeitig ganz heiter und tief traurig - typisch Schubert.

SH: Da ich finde, dass wir derzeit fast eine Hoch-Zeit an guten Liedsänger/innen haben, würde ich das extrem nutzen. Der Ansatz an Schubert kann so unterschiedlich sein und wir haben derzeit qualitativ hohe Künstler, die das bedienen. Das müsste man unbedingt ausnutzen.
Ich würde auch - da bekanntlich ja die Konzentrationsspanne der Menschen immer kürzer wird - auch ein Format mit nur kleinen Blocks an Liedern machen. Zwischendrin könnte man ein Glas Wein anbieten und nach den gesungenen Liedern sogar mit den Künstlern auf der Bühne ins Gespräch kommen um sich über das Gehörte auszutauschen. Danach kann ein anderes Lied-Duo weitermachen, und so weiter. Ich glaube, das ginge weg vom „klassischen Konzertbesuch“ hin zu etwas relativ alltäglichem und normalem. Aber genau das muss Lied sein und das ist Lied auch in meinen Augen - trotz aller Besonderheit des Genres.
AB: Gutes Essen, Weißwein (Schubert liebte Grünen Veltliner und Tokajer), Lied, Soloklavier und Kammermusik gemischt, aber ein Fokus auf Lied, das hätte Schubert besonders gefreut. Dazu Gedichte und Diskussionen über Kunst und Politik. Es muss kein Konzertsaal sein, am besten wäre ein großer Salon.

SH: Was ich am meisten an Ammiel schätze, ist - und das klingt wahrscheinlich sehr banal - ist seine Fähigkeit zuzuhören. Das Hinhören und Spüren sind Qualitäten, die uns generell immer mehr abhanden kommen, auch im Alltag. In der Musik sind es aber die vielleicht wichtigsten Fähigkeiten. Und im Lied ist es einfach wunderbar, wenn dein musikalischer Partner genau diese Fähigkeiten beherrscht wie niemand anderes.
AB: Es gibt vieles, aber vor allem zwei Dinge: jedes Konzert ist anders, neu und frisch, wir können ein Programm oft wiederholen und es bleibt immer ganz spannend und berührend. Zweitens: ich liebe es, nach einem Konzert oder eine Probe mit Samuel ein bisschen spazieren zu gehen oder ein Bier zu trinken und über das Leben zu reden. Es bleibt auch immer neu und frisch!

SH: Nach meiner ersten Winterreise mit Ammiel, welches sogar unser erstes Konzert zusammen war, haben wir Schuberts „Im Abendrot“ gespielt/gesungen. Ammiel ist eingesprungen und erst am Vorabend spät zum Konzertort angereist - wir konnten also kaum proben. Die Winterreise war schon sehr intensiv und voller Risiken. Da es sich um ein Hauskonzert in der Covid-Zeit handelte und sich die Gastgeberin „Im Abendrot“ als Zugabe gewünscht hat, haben wir das dann ganz ohne Probe gemacht - den Moment werde ich nie vergessen, weil ich glaube ich nie ehrlicher gesungen habe als in diesem Moment.
AB: Es ist mein allererstes Konzert zusammen mit Samuel. Ein Hauskonzert mitten in der COVID-Zeit, ohne zu proben. Die Winterreise war einfach so reell, so anrührend. Samuel hat es direkt von der Seele gesungen, es war einfach unvergesslich.

SH: Ich finde es extrem schwer, da eine ganz konkrete Frage zu finden. Was mich an Schubert so fasziniert ist die Kunst, dass seine „fröhlichen und positiven“ Kompositionen immer einen Schuss Melancholie mit sich bringen und seine „traurigen und melancholischen“ Stücke immer einen Hoffnungsschimmer dabei haben. Wie er das macht, weiß ich auch nicht. Das kann man auch jemanden schlecht fragen - daher würde ich ihn viel eher nach seiner generellen Haltung zum Leben befragen wollen. „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“ vielleicht - und dann würde eher ein langer Dialog daraus entstehen.
AB: Wie war deine Beziehung zu deinem Vater?

SH: Wahrscheinlich doch den Erlkönig - so viel Drama im Klavier und in der Stimme gibt es selten im Lied. Es handelt sich dabei ja dann doch noch um eine Geschichte, die man eventuell kennt oder von der man mal gehört hat und der man einfach sehr gut folgen kann. Von da aus kann man hoffen, dass das Thema „Erlen-König“, was es ja in noch viel mehr Liedern gibt, den Hörer so packt, dass sich daraus eine Kettenreaktion entwickelt und wir einen Liedliebhaber mehr haben.
AB: Das Lied “Im Frühling“. Es ist erstens einfach genial komponiert, in variierter Strophenform. Zweitens hat es einen tollen „Walking Bass“ und erinnert sogar an Jazz, drittens ist es gleichzeitig ganz heiter und tief traurig - typisch Schubert.

SH: Da ich finde, dass wir derzeit fast eine Hoch-Zeit an guten Liedsänger/innen haben, würde ich das extrem nutzen. Der Ansatz an Schubert kann so unterschiedlich sein und wir haben derzeit qualitativ hohe Künstler, die das bedienen. Das müsste man unbedingt ausnutzen.
Ich würde auch - da bekanntlich ja die Konzentrationsspanne der Menschen immer kürzer wird - auch ein Format mit nur kleinen Blocks an Liedern machen. Zwischendrin könnte man ein Glas Wein anbieten und nach den gesungenen Liedern sogar mit den Künstlern auf der Bühne ins Gespräch kommen um sich über das Gehörte auszutauschen. Danach kann ein anderes Lied-Duo weitermachen, und so weiter. Ich glaube, das ginge weg vom „klassischen Konzertbesuch“ hin zu etwas relativ alltäglichem und normalem. Aber genau das muss Lied sein und das ist Lied auch in meinen Augen - trotz aller Besonderheit des Genres.
AB: Gutes Essen, Weißwein (Schubert liebte Grünen Veltliner und Tokajer), Lied, Soloklavier und Kammermusik gemischt, aber ein Fokus auf Lied, das hätte Schubert besonders gefreut. Dazu Gedichte und Diskussionen über Kunst und Politik. Es muss kein Konzertsaal sein, am besten wäre ein großer Salon.

SH: Was ich am meisten an Ammiel schätze, ist - und das klingt wahrscheinlich sehr banal - ist seine Fähigkeit zuzuhören. Das Hinhören und Spüren sind Qualitäten, die uns generell immer mehr abhanden kommen, auch im Alltag. In der Musik sind es aber die vielleicht wichtigsten Fähigkeiten. Und im Lied ist es einfach wunderbar, wenn dein musikalischer Partner genau diese Fähigkeiten beherrscht wie niemand anderes.
AB: Es gibt vieles, aber vor allem zwei Dinge: jedes Konzert ist anders, neu und frisch, wir können ein Programm oft wiederholen und es bleibt immer ganz spannend und berührend. Zweitens: ich liebe es, nach einem Konzert oder eine Probe mit Samuel ein bisschen spazieren zu gehen oder ein Bier zu trinken und über das Leben zu reden. Es bleibt auch immer neu und frisch!

SH: Nach meiner ersten Winterreise mit Ammiel, welches sogar unser erstes Konzert zusammen war, haben wir Schuberts „Im Abendrot“ gespielt/gesungen. Ammiel ist eingesprungen und erst am Vorabend spät zum Konzertort angereist - wir konnten also kaum proben. Die Winterreise war schon sehr intensiv und voller Risiken. Da es sich um ein Hauskonzert in der Covid-Zeit handelte und sich die Gastgeberin „Im Abendrot“ als Zugabe gewünscht hat, haben wir das dann ganz ohne Probe gemacht - den Moment werde ich nie vergessen, weil ich glaube ich nie ehrlicher gesungen habe als in diesem Moment.
AB: Es ist mein allererstes Konzert zusammen mit Samuel. Ein Hauskonzert mitten in der COVID-Zeit, ohne zu proben. Die Winterreise war einfach so reell, so anrührend. Samuel hat es direkt von der Seele gesungen, es war einfach unvergesslich.